Einstieg leicht gemacht

AIS Airlines fliegt Jetzt mit J32 von Münster nach Stuttgart

Einstieg leicht gemacht

Aeronautical Instruction Services (AIS) ist ein holländisches Unternehmen in Lelystad. Es umfasst nicht nur eine Airline mut fünf Jetstream 31/32, sondern auch eine Flugschule und einen Wartungsbetrieb. Diese Kombination macht ein seltenes Konzept möglich: Eine Übernahmegarantie am Ende der Flugausbildung bei der eigenen Airline.

Seit dem 4. November befliegt die niederländische AIS Airlines die Route Münster/Osnabrück-Stuttgart zweimal täglich von Montag bis Freitag mit einer Jetstream 32. Durch die neue Verbindung wird ein Teil des Angebotes, welches durch den Konkurs von OLT Express verschwand, wieder bedient. Im Cockpit des Flugzeugs sitzt neben einen altgedienten Kapitän fast immer ein junger Copilot, den die Gesellschaft in ihrer eigenen Flugschule AIS Flight Academy ausgebildet hat.

Die Geschichte der 2005 gegründeten AIS Flight Academy kann man nicht erzählen, ohne die Gründer Martin und Arend van der Meer zu erwähnen. Beide hatten von Anfang an ein Konzept vor Augen, das jetzt schrittweise realisiert wird. Sie sind immer sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, etwas zu veröffentlichen. Anstatt zu rufen „Wir können“, wird die Öffentlichkeit immer erst informiert, wenn es vorzeigbare Ergebnisse gibt.

Die Flugschule ist eine Approved Training Organisation (ATO), wo die integrierte ATPL-Ausbildung in ungefähr 18 Monaten stattfindet. Dazu bedient die Flugschule sich einer Flotte von 16 Flugzeugen (TB9, TB10, TB20 und Cessna T303 Crusader) für den praktischen Flugunterricht. Zudem hat die Flugschule eine Anerkennung als Type Rating Training Organisation (TRTO) für die komplette Beechcraft Turboprop-Linie (King Air und 1900D) und die Cessna Citation Bravo.

Simulator für Checks und Type Ratings
Dies bedeutet für die Flugschüler dass sie am Ende ihrer Ausbildung die Schule nicht nur mit einer Musterberechtigung verlassen, sondern auch mit europäischer JAR-Ops Flugerfahrung. Aber damut ist die Geschichte noch nicht ganz erzählt. Denn zum Unternehmen gehört seit Mai 2012 ein Jetstream-32-Full-Flight-Simulator. Der Simulator gehörte zur Oxford Aviation Academy in Stockholm und wurde den Van der Meers gekauft und in Lelystad aufgebaut. Dank dieses zertifizierten FFS und dem damit zusammenhängende TRTO-Zertifikat, hat AIS Zugang zu jedem Jetstream-J31/J32-Operator auf der Welt.

Einige Betreiber nutzen Lelystad schon jetzt für die Checks und das Training für das Type Rating neuer Piloten. Zu den Kunden gehören Fluggesellschaften wie Proflight aus Sambia, Eagle Air Iceland, Blue Island aus Jersey oder Direktflyg aus Schweden. Durch diese Zusammenarbeit hat AIS ein Netzwerk aufgebaut und weiβ, wo Stellen für Copiloten vorhanden sind.

Der Simulator nimmt einen wichtigen Platz in der Ausbildung ein, denn die Studenten der AIS Flight Academy können die Schule am Ende mit einem J31/J32-Type-Rating verlassen. Dadurch sind sie als First Officer für AIS Airlines qualifiziert und können direkt mit dem Sammeln von Flugstunden anfangen.

Bis Oktober 2013 hatten von den 19 First Officers, die 2012 bei AIS Airlines begonnen hatten, schon elf eine Anstellung bei einer anderen europäischen Fluggesellschaft gefunden. Durch diese Entwicklung wurden wieder Plätze für neue First Officers verfügbar.

Seit Anfang 2012 besitzt AIS ein Air Operator Certificate (AOC). Dadurch konnten die Bruder Vermeer ihre eigene Fluggesellschaft gründen – die AIS Airlines, die nun auch ab Münster/Osnabrück fliegt. Zur Ausstättung gehören fünf BAe J31/J32 und eine Cessna Citation II/SP.  Die Flugzeuge werden bei skandinavischen Fluggesellschaften, wie zum Beispiel Direktflyg (Schweden) oder Krohn Air (Norwegen), im Wet-Lease eingesetzt. Gelegentlich werden sie auch für Charterflüge genutzt. Die Wartung der Jetstreams findet unter der Aufsicht der Part145 Approved Maintenance Organisation AIS Technics auf dem Flughafen Lelystad statt.

RUUD VOS

Aus:  Flugrevue, 09.12.2013

 

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